Folgen & Maßnahmen für eine stabile Leistung
Mit den ersten heißen Tagen des Sommers steigt in vielen Betrieben das Risiko für Hitzestress bei Sauen. Bereits Temperaturen über 22°C können die Tiere deutlich belasten und führen häufig zu einer reduzierten Futteraufnahme.
Für laktierende Sauen bedeutet eine reduzierte Futteraufnahme, weniger Energie für die Milchbildung, eine stärkere Mobilisation von Körperreserven und eine erhöhte Anfälligkeit für Stoffwechselstörungen. Diese Belastung wirkt sich nicht nur auf die aktuelle Laktation aus, sondern beeinflusst auch Fruchtbarkeit, Wurfgröße und Kondition in den folgenden Zyklen.
Die ersten Auswirkungen zeigen sich schnell im Wurf. Sinkende Milchmengen führen zu einer unzureichenden Sättigung der Ferkel, was sich in verstärktem Konkurrenzverhalten am Gesäuge und insgesamt geringeren Tageszunahmen äußert. Bleibt die Energieversorgung über mehrere Tage eingeschränkt, entwickeln sich die Ferkel sichtbar langsamer und erreichen ein niedrigeres Absetzgewicht.
Besonders kritisch ist, dass die Folgen nicht nur die aktuelle Laktation betreffen. Viele Sauen starten nach einer heißen Phase mit schlechterer Körperkondition in die nächste Belegung – mit messbaren Einbußen in Fruchtbarkeit, Wurfgröße und Abferkelrate. Hitzestress wirkt also über zwei Zyklen hinweg und kann die Gesamtleistung eines Bestandes spürbar bremsen.
Umso wichtiger ist es, die Tiere gezielt durch die warmen Monate zu begleiten. Eine zentrale Rolle spielt die Wasserversorgung. Kühles Wasser animiert die Sauen mehr zu saufen. Ein hoher Durchfluss sollte sichergestellt werden, damit die Sau ihren Bedarf decken kann. Ebenso entscheidend ist eine angepasste Rationsgestaltung. Eine Reduktion des Rohproteins entlastet den Stoffwechsel, da weniger überschüssiger Stickstoff entgiftet werden muss. Auch der Fasergehalt sollte beachtet werden. Hohe Gehalte an unlöslicher Faser sollten möglichst vermieden werden, da sie die Wärmeproduktion im Verdauungstrakt erhöhen und die Tiere zusätzlich belasten können. Da Faser jedoch ein natürlicher Bestandteil der Ration ist, kommt es entscheidend auf eine aktive und leistungsfähige Darmmikrobiota an, die diese Faserbestandteile effektiv aufschließen kann. Genau hier setzt unsere Landhauser Pro Lebendhefe an: Sie fördert gezielt die mikrobielle Aktivität im Dickdarm und unterstützt so den Abbau und die Fermentation der Faser. Durch diese Aktivierung der Darmflora wird die im Futter enthaltene Faser besser nutzbar gemacht und die Bildung wertvoller Stoffwechselprodukte gefördert, die zur Stabilisierung des Verdauungsprozesses beitragen. Auf diese Weise wird der Stoffwechsel entlastet, die Darmgesundheit gestärkt und die Tiere bleiben auch unter Hitzestress leistungsfähig – bei gleichzeitig hoher Futteraufnahme.
Neben der Fütterung spielt das Stallklima eine Schlüsselrolle. Gute Ventilation, funktionierende Lüftungssysteme und – wo möglich – zusätzliche Kühlung durch Verdunstung oder Wassernebel können die Temperaturbelastung deutlich reduzieren (beispielsweise im Deckzentrum oder im Wartestall). Auch kleine Anpassungen wie das Verlegen der Fütterungszeiten in die kühleren Morgen- und Abendstunden können einen spürbaren Unterschied machen.
Hitzestress ist kein kurzfristiges Sommerproblem, sondern ein Faktor, der Tiergesundheit, Leistung und Wirtschaftlichkeit nachhaltig beeinflusst. Betriebe, die frühzeitig reagieren und ihre Sauen mit durchdachten Maßnahmen unterstützen, sichern nicht nur die Leistung in der aktuellen Laktation, sondern legen gleichzeitig den Grundstein für stabile Fruchtbarkeit und gesunde Würfe im nächsten Zyklus.
Kleine Stellschrauben mit großer Wirkung –
für gesunde, leistungsstarke Sauen auch im Sommer.
